oder: Wie ich als Kind gebannt auf einem kleinen Stuhl saß und meine Mutter nicht wiedererkannte…
Wusstest du, warum das bekannte Buch „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler in den 1960er- und 1970er-Jahren so populär wurde? Es war eine Phase des gesellschaftlichen Umbruchs, in der Autoritäten hinterfragt wurden und Frauen nach vorne kamen und kraftvoll und gleichberechtigt wurden. Es war die Anfangszeit von der “New Age’ dem kommenden Zeitalter des Wassermannes. Mit erhobener Stimme sangen wir Mädchen “When the moon is in the 7th House and Jupiter aligns with Mars…. ”
Es sollte eine neue Zeit beginnen.
Das ist übrigens die Zeit von JETZT, in der wir wieder im Jahr des Feuerpferdes sind, was das letzte Mal in 1966 war, ein Jahr, in dem wir viel Umbruch, eventuell viel Aufstand und Veränderung erwarten können.
Verkleidet im Kinderbuch wurde ein altes Bild von kraftvollen Frauen vollkommen auf den Kopf gestellt.
Dieses Buch brachte vielen Kindern, oft völlig unbewusst, etwas bei, dass Zaubern und Kraftvollsein etwas ganz anderes waren, als es alttümlich berichtet wurde. Früher waren Frauen, die eine Kraft besaßen und anders waren als Hexen, verschrien.
Hier jetzt die kleine Anekdote, die ich oben schon andeutete, zur kleinen Hexe:
Wie gebannt saß ich auf meinem kleinen Kinderstuhl in einer Jungschar-Gruppe der evangelischen Kirche, an einem Wochenendseminar, das meine Mutter als Trainingswochenende zur Ausbildung von Jungschar-Gruppenleiter:innen leitete.
Wer jetzt weiß, dass ich knapp 40 Jahre lang Seminare geleitet habe, mag schmunzeln und denken: „Ah, da fing also alles an!“
Tatsächlich geht es in dieser Geschichte aber um etwas anderes: um eine grundlegende Veränderung des Hexenbildes und allem, was damit zu tun hat.
Plötzlich kam eine kleine Hexe zu uns zu Besuch, mit einer langen (Papp-)Nase, glänzenden schwarzen Knickerbockenhosen, einem orangenen Top mit geheimnisvollen Symbolen und tatsächlich auf einem Besen.
Sie war genauso, wie ich sie mir als Kind vorgestellt hatte, als ich zum ersten Mal Preußlers “Die kleine Hexe” gelesen hatte, jenes Buch, das für so viele von uns ein ganz anderes Bild von Hexen mit in die Welt brachte, als man es von früher her kannte.
Diese kleine Hexe erzählte uns Geschichten; wir lachten, staunten und lernten, keine Angst vor ihr zu haben. Sie war ja eine süße kleine Hexe … nicht wahr?
Nur eins beunruhigte mich: Meine Mutter war plötzlich verschwunden.
Ich konnte sie nirgends finden.
Als ich dann plötzlich diese Figur sah, mit diesem schwarz-orangenen, glitzernden, pyjamaartigen Stoff der kleinen Hexe, durchzuckte mich ein seltsamer Gedanke: Das sah genauso aus wie ein Pyjama, den meine Mutter früher getragen hatte.
Meine Mutter hatte sich verkleidet und selbst im Rahmen eines Trainings in der Kirche das Thema Hexe mit hineingebracht um uns einen neuen Zugang zu dem Bild von Hexen, verklärt durch Märchen, zu geben.
In diesem kirchlich organisierten Wochenend-Event sollten wir Kinder ein neues Verhältnis zu diesem alten Trauma entwickeln. Weg von Furcht, Angst und Stereotypen. Hin zu einem Verständnis, das Intuition, innere Stimme, Kraft und Verantwortung verbindet.
Die 60er-Jahre und Bücher wie “Die kleine Hexe” brachten eine neue Weltsicht ins Leben, die auch gerade in verschiedenen Ländern wieder aktuell wird.
Über Jahrhunderte hinweg war die Hexe, eine kraftvolle Frau, eine Apothekerin, eine Weise, die einiges mehr wusste, als es rational erklärbar war, die Projektionsfläche für Angst, Schuld und Machtmissbrauch.
Hexerei und alles, was mit den Kräften, die außerhalb der Naturgesetze oder des bis dahin Erklärlichen standen, stand auch für Bedrohung, für das Unkontrollierbare, für Abweichung von der Norm.
Frauen, insbesondere diejenigen, die Zugang zu anderem Wissen hatten, wurden verbrannt, weil der Patriarch Angst davor hatte, seine Macht zu verlieren. Dies hinterließ tiefe Wunden, nicht nur in denen, die diese Zeit durchmachten, sondern auch in allen darauffolgenden Generationen, die vom Angstbild der Hexe in Schach gehalten wurden.
Im Buch „Die kleine Hexe“ in den 60er-Jahren entkoppelte Preußler das Konzept von Magic vom Konzept der Macht über andere.
Magie wird von Manipulation entkoppelt und steht nun nicht mehr unter dem Zeichen des Machtmissbrauchs, sondern wurde neu entdeckt. Preußler verband sie mit “auf die innere Stimme hören” und dem richtigen Tun.
Es war eine Geschichte für Kinder, wo der neue Samen für ein neues Verständnis von Frausein und Magie schon früh gelegt wurde, und alte Wunden und alte Geschichten neu beleuchtetet wurden.
Magie, Kraft und Wirksamkeit in der 3D-Welt wurden neu entdeckt.
Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, sehe ich, dass hier ein kultureller Same für das “New Age” gelegt wurde und gleichzeitig die Angst vor Missbrauch genommen wurde, durch ein neues Vorbild, wie man diese höhere Kraft einsetzt. Und das ist heute genauso wichtig wie damals.
Es entstand ein anderes Verständnis von Kraft: Wenn man im Einklang mit einer größeren Ordnung handelt, ist man Teil einer höheren Ordnung und handelt zum Wohle des Ganzen. Man hat nicht die Fähigkeiten, um mächtiger oder großartiger zu sein oder gar mehr manipulieren zu wollen oder zu können. Nein, man handelt aus einer größeren Ethik.
Die kleine Hexe kämpft nicht gegen die Welt und versucht nicht, das System zu stürzen. Sie bleibt einfach ihrer inneren Wahrheit treu. Und genau dadurch wird sie wirksam.
Vielleicht liegt darin eine der wichtigsten Lehren selbst für Erwachsene und nicht nur für Kinder:
- Dass wahre Kraft nicht aus Macht entsteht.
- Dass Magie nichts mit Kontrolle zu tun hat.
- Und dass Hexerei im ursprünglichen Sinn eher mit dem Hören, Wahrnehmen und Mitgehen einer feineren Energie und einem feineren Wissen verbunden war als mit dem Durchsetzen.
Was damals als Kinderbuch begann, hat anscheinend das kollektive Bild verschoben, so sehr, dass viele Menschen heute der Idee manifestieren zu können oder diese Fähigkeit gar zu erlernen, sehr offen gegenüber sind.
Seit 1990 unterrichte ich den Kurs Leben aus der Vision und biete Bewusstseins-Trainings an. In den letzten 40 Jahren habe ich tatsächlich sehen können, wie stark sich unser Weltbild in Bezug auf Manifestieren, bewusstes Leben und Bewusstseins-Training verändert hat, ohne im Kloster leben zu müssen oder als Hexe verschrien zu werden .
Meine Mutter hatte damals schon in meiner Kindheit neue Samen gesät.
Hier mal ein kleines Beispiel aus dem Leben in den letzten Monaten: In meinem Kurs „Leben aus der Vision“, den ich im letzten Herbst leitete, war einer meiner Wünsche (ich selbst machte auch geistig mit), nicht nur mein Buch „Die Kraft Deines Bewusstseins“ fertigzuschreiben und zu veröffentlichen, sondern auch ans Meer und zu weißen Stränden zu reisen.
Und wie bestellt, bekamen wir eine Einladung nach nur einer Woche meiner täglichen Vorstellung meines erfüllten Wunsches, für nur den halben Preis nach Raja Ampat (eines der besten Gegenden der Welt, in der Nähe von Papa Neugenia) zum Tauchen und Schnorcheln an Bord einer alten, hölzernen Fregatte.
Eins abends auf dem Schiff, beim Abendessen, saßen wir unter dem Sternenhimmel in einer Runde und ich stellte die Frage: Wie vermitteln wir am besten Werte, Ethik und Moral?
Ich dachte dabei an die Märchen, an die Geschichten der Brüder Grimm und selbst an die Bibel, die uns als Kinder und auch als Erwachsene mittels Geschichten und Fabeln diese tieferen Werte beibrachten.
Und auf diesem Boot unter dem Sternenhimmel, bei dieser Frage, erinnerte ich mich an den Moment, als ich acht Jahre alt war und meine Mutter, die ein Teacher-Training-Seminar für Gruppenleitung leitete und sich als die kleine Hexe verkleidete.
Ich hatte sie zuerst nicht erkannt, denn ich glaubte damals noch gerne an Märchen. Erst viel später verstand ich, dass sie uns mit der Geschichte von Otfried Preußler ein ganz anderes Bild von „Hexe“ und von Moral vermittelte.
Otfried Preußlers Die kleine Hexe, die in den 60er- und 70er-Jahren so beliebt war, hat vielen Kindern eine neue Ethik, ein Verständnis für das Gewissen und sogar spirituelle Tiefe vermittelt.
Wie gesagt, wurden Macht und Magie dabei nicht als „Macht über“ verstanden, sondern als innere Ausrichtung, auf das innere Hinhören, auf Mitgefühl und Verantwortung für das Ganze.
Es hat mich wieder daran erinnert, wie tief Geschichten unser Bewusstsein prägen können, oft viel nachhaltiger als Regeln oder Belehrungen. Es ist auch der Grund, warum der Kurs „Leben aus der Vision“ so wirksam ist. Wir sprechen nicht nur den Verstand in dem Kurs an, sondern vereinen die drei Arten und Weisen des Bewusstseins, das Denken, die Vorstellungskraft und das Fühlen, und üben alle drei Aspekte im Kurs und dann tagtäglich ein, bis das Gelernte Erlebtes wird!
Vielleicht fragst du dich beim Lesen dieser Geschichte, was all das heute mit dir zu tun hat: mit deinem Alltag, deinen Entscheidungen, deinen inneren Bildern von der Zukunft.
Denn genau dort beginnt das, was ich heute “Leben aus der Vision” nenne. Dort lernst du,
wie du deine innere Wahrnehmung wieder schulst
wie aus inneren Bildern “magische” Kräfte entstehen
und wie Vision nicht Druck erzeugt, sondern Entlastung, Sinn und Richtung
Nicht nur als Technik oder Methode zum „Wunscherfüllen“, sondern als ein Training seiner inneren Haltung: um wieder auf den eigenen inneren Kompass zuzuhören, jenseits von äußeren Erwartungen, alten Mustern oder reiner Zielorientierung.
Über viele Jahre habe ich erlebt, wie Menschen versuchen, ihr Leben „richtig zu machen“. Sie setzen sich Ziele, planen, optimieren und verlieren dabei oft das, was sie ursprünglich bewegt hat: ihre innere Stimmigkeit, ihre wahre Freude und das Gefühl: “Das bin wirklich ich.”
Leben aus der Vision beginnt dort, wo du dir erlaubst, wieder Bilder zu empfangen, statt sie zu erzwingen.
Wo Vision nicht aus dem Kopf entsteht, sondern aus einer tieferen Ebene deines Bewusstseins.
So ähnlich wie ich damals als Kind auf diesem kleinen Stuhl saß, offen, neugierig, staunend, ohne zu wissen, wohin mich das führen würde.
Wenn du spürst, dass auch in dir etwas nach Orientierung ruft – nicht nach mehr Tun, sondern nach mehr Klarheit von innen – dann lade ich dich herzlich ein, diesen Weg mit mir zu erkunden.
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