Ist Manifestieren Hexerei?
Wusstest du, warum das bekannte Buch „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler in den 1960er- und 1970er-Jahren so populär wurde? Es war eine Phase des gesellschaftlichen Umbruchs, in der Autoritäten hinterfragt wurden und Frauen nach vorne kamen und kraftvoll und gleichberechtigt wurden. Es war die Anfangszeit von der “New Age’ dem kommenden Zeitalter vom Wassermann. Mit erhobener Stimme sangen wir Mädchen “When the moon is in the 7th House and Jupiter aligns with Mars…. “
Das ist überigens die Zeit von JETZT, wo wir wieder im Jahr des Feuerpferdes sind, was das letzte Mal in 1966 war, ein Jahr, wo wir viel Umbruch, eventuell viel Aufstand und Veränderung erwarten können.
Wie die kleine Hexe spüren auch ganze Generationen manchmal etwas, das noch keinen festen Namen hat. Als Aquarius Ende der 60er Jahre gesungen wurde, war das Wassermann-Zeitalter astronomisch noch weit entfernt, und doch war das innere Wissen längst da. Kunst ist oft der erste Ort, an dem sich die Zukunft zeigt.
Verkleidet im Kinderbuch wurde ein altes Bild von kraftvollen Frauen vollkommen auf den Kopf gestellt.
Dieses Buch brachte vielen Kindern, oft völlig unbewusst, etwas bei, dass Zaubern und Kraftvollsein etwas ganz anderes waren, als es alttümlich berichtet wurde. Früher waren Frauen, die eine Kraft besaßen und anders waren als Hexen verschrien.
Die 60er-Jahre und Bücher wie “Die kleine Hexe” brachten eine neue Weltsicht ins Leben, eine Weltsicht, die auch gerade jetzt in verschiedenen Ländern wieder aktuell wird.
Das ist der Grund dafür ist, warum so viele Menschen heutzutage Leben aus der Vision oder andere Techniken des bewussten Lebens erlernen wollen. Der Grundstein der geistigen Weltanschauung wurde in den 60er-Jahren gelegt. Wir durften wieder die Frauenkraft, die Intuition, die astrologie in den Verdergrund bringen ohne Angst gleich verdammt zu werden.
Das niedliche Buch vermittelte ein neues Verständnis dessen, was es bedeutete, eine Hexe zu sein. Es vermittelte eine neue Ethik, eine neue Moral sowie tiefe spirituelle Werte.
Die kleine Hexe war nicht mächtig, weil sie gut zaubern konnte, sondern weil sie ein Gespür für das Richtige hatte.
Sie folgt keinem äußeren Regelwerk, sondern einem inneren Maßstab. Und genau dafür wird sie für ihren Charakter anerkannt.
Die Wandlung des Zeitgeistes
Zurückblickend sehe ich, wie radikal diese neue Sichtweise unsere Welt veränderte. Durch die Quanteninterpretation der Realität wurden Intuition, Gedankenkraft, Telepathie und alles, was mit Hexerei und Frauenkraft verbunden war, salonfähiger.
Gerade jetzt erst ist die Wissenschaft dabei, Teleportation zu ermöglichen, wenn auch zunächst nur von Information.
Über Jahrhunderte hinweg war die Hexe, eine kraftvolle Frau, eine Apothekerin, eine Weise, die einiges mehr wusste als rational erklärbar war, die Projektionsfläche für Angst, Schuld und Machtmissbrauch.
Hexerei und alles, was mit den Kräften, die außerhalb der Naturgesetze oder des bis dahin Erklärlichen standen, stand, stand auch für Bedrohung, für das Unkontrollierbare, für Abweichung von der Norm.
Frauen, insbesondere diejenigen, die Zugang zu anderem Wissen hatten, wurden verbrannt, weil der Patriarch Angst davor hatte, seine Macht zu verlieren. Dieses hinterliess tiefe Wunden, nicht nur in denen die dies Zeit durchmachten, sondern auch in allen darauffolgenden Generationen, die mit dem Angstbild der Hexe in Schach gehalten wurden.
Im Buch „Die kleine Hexe“ in den 60er-Jahren entkoppelte Preußler das Konzept von Magic vom Konzept der Macht über andere.
Magie wird von Manipulation entkoppelt und steht nun nicht mehr unter dem Zeichen des Machtmissbrauchs, sondern Magie wurde neu entdeckt. Preußler verband es mit “auf die innere Stimme hören” und dem richtigen Tun.
Es war eine Geschichte für Kinder, wo der neue Samen für ein neues Verständnis von Frausein und Magie schon früh gelegt wurde, und alte Wunden und alte Geschichten neu beleuchtetet wurden.
Magie, Kraft und Wirksamkeit in der 3D-Welt wurden neu entdeckt.
Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, sehe ich, dass hier ein kultureller Same für das “New Age” gelegt wurde und gleichzeitig die Angst vor Missbrauch genommen wurde, durch ein neues Vorbild, wie man diese höhere Kraft einsetzt. Und das ist heute genauso wichtig wie damals.
Es entstand ein anderes Verständnis von Kraft: Wenn man im Einklang mit einer größeren Ordnung handelt, dann ist man Teil einer höheren Ordnung und handelt zum Wohle des Ganzen. Man hat nicht diese Fähigkeiten, um mächtiger oder großartiger zu sein oder gar mehr manipulieren zu wollen oder zu können. Nein, man handelt aus einer größeren Ethik.
Die kleine Hexe kämpft nicht gegen die Welt und versucht nicht, das System zu stürzen. Sie bleibt einfach ihrer inneren Wahrheit treu. Und genau dadurch wird sie wirksam.
Vielleicht liegt darin eine der wichtigsten Lehren selbst für Erwachsene und nicht nur für Kinder:
Dass wahre Kraft nicht aus Macht entsteht.
Dass Magie nichts mit Kontrolle zu tun hat.
Und dass Hexerei im ursprünglichen Sinn eher mit dem Hören, Wahrnehmen und Mitgehen einer feineren Energie und einem feineren Wissen verbunden war als mit dem Durchsetzen.
Was damals als Kinderbuch begann, hat anscheinend das kollektive Bild verschoben, so sehr, dass viele Menschen heute der Idee manifestieren zu können oder diese Fähigkeit gar zu erlernen, sehr offen gegenüber sind.
Seit 1990 unterrichte ich den Kurs Leben aus der Vision und biete Bewusstseins-Trainings an. In den letzten 40 Jahren habe ich tatsächlich sehen können, wie stark sich unser Weltbild in Bezug auf Manifestieren, bewusstes Leben und Bewusstseins-Training verändert hat, ohne im Kloster leben zu müssen oder als Hexe verschrien zu werden .
Meine Mutter hatte damals schon in meiner Kindheit neue Samen gesät.
Und vielleicht war meine Mutter, in ihrem asiatischen Pyjama und mit der Pappnase, eine der Ersten, die mir genau das vorgespielt hat, dass Magic eine viel größere Bedeutung hat, lange bevor ich Worte dafür hatt, warum dieswe
In meinem Kurs „Leben aus der Vision“, den ich im letzten Herbst leitete, war einer meiner Wünsche, (ich selbst machte auch geistig mit) nicht nur mein Buch „Die Kraft Deines Bewusstseins“ fertig zu schreiben und zu veröffentlichen, sondern auch ans Meer und zu weißen Stränden zu reisen.
Und wie bestellt, bekamen wir eine Einladung nach nur einer Woche meiner täglichen Vorstellung meines erfüllten Wunsches, für nur den halben Preis nach Raja Ampat (eines der besten Gegenden der Welt, in der Nähe von Papa Neugenia) zum Tauchen und Schnorcheln an Bord einer alten, hölzernen Fregatte.
Eins abends auf dem Schiff, beim Abendessen, saßen wir unter dem Sternenhimmel in einer Runde und ich stellte die Frage: Wie vermitteln wir am besten Werte, Ethik und Moral?
Ich dachte dabei an die Märchen, an die Geschichten der Brüder Grimm und selbst an die Bibel, die uns als Kinder und auch als Erwachsene mittels Geschichten und Fabeln diese tieferen Werte beibrachten.
Und auf diesem Boot unter dem Sternenhimmel, bei dieser Frage, erinnerte ich mich an den Moment, als ich acht Jahre alt war und meine Mutter, die ein Teacher-Training-Seminar für Gruppenleitung leitete und sich als die kleine Hexe verkleidete.
Ich hatte sie zuerst nicht erkannt, denn ich glaubte damals noch gerne an Märchen. Erst viel später verstand ich, dass sie uns mit der Geschichte von Otfried Preußler ein ganz anderes Bild von „Hexe“ und von Moral vermittelte.
Otfried Preußlers Die kleine Hexe, die in den 60er- und 70er-Jahren so beliebt war, hat vielen Kindern eine neue Ethik, ein Verständnis für Gewissen und sogar spirituelle Tiefe vermittelt.
Wie gesagt, wurden Macht und Magie dabei nicht als „Macht über“ verstanden, sondern als innere Ausrichtung, auf das innere Hinhören, auf Mitgefühl und Verantwortung für das Ganze.
Es hat mich wieder daran erinnert, wie tief Geschichten unser Bewusstsein prägen können, oft viel nachhaltiger als Regeln oder Belehrungen. Es ist auch der Grund, warum der Kurs „Leben aus der Vision“ so wirksam ist. Wir sprechen nicht nur den Verstand in dem Kurs an, sondern vereinen die drei Arten und Weisen des Bewusstseins, das Denken, die Vorstellungskraft und das Fühlen, und üben alle drei Aspekte im Kurs und dann tagtäglich ein, bis das Gelernte Erlebtes wird!